Geschichten

Warten auf Nichts

Besonders aufgefallen war Maria aber ein Junge, der immerzu einfach nur lachend im Zug saß und nichts tat. Manchmal schloss er die Augen, grinste aber munter weiter.
Eines Morgens wollte Maria wissen, weswegen der Junge so fröhlich war und suchte das Gespräch mit ihm: „Hey, mir ist aufgefallen, dass du auf der ganzen Zugfahrt nie etwas machst. Weder hörst du Musik, noch habe ich dich jemals an deinem Smartphone tippen sehen. Ist dir nicht langweilig?“.

Der Schläfer

Wo ist das Miteinander geblieben? Die Akzeptanz, dass jemand andere Ansichten hat als ich selbst und sich auch traut diese zu äußern? Wollen wir wirklich alle gleich sein, wie Maschinen programmiert auf das, was gerade am unauffälligsten erscheint? Oder wollen wir nicht jedem seine Vorstellung vom Leben gönnen, solange er nicht die unsere in Gefahr bringt?

Die alte Dorflinde

Immer wieder, wenn er morgens mit dem Fahrrad zum Bäcker fuhr, stach Max die alte Dorflinde ins Auge: obwohl sie vor vielen Jahrzehnten von einem Blitz gespalten wurde und innen hohl war, stand sie immer noch majestätisch in der Mitte des ruhigen Bauerndorfes.

Die Alten erzählten oft Geschichten, dass die Linde bereits im Mittelalter als Treffpunkt für die Dorfbewohner genutzt wurde und magische Kräfte hatte, aber das glaubte Max nicht wirklich. Auch wenn der dicke Baumstamm mit den langen Ästen irgendwie zum Verweilen einlud konnte er sich nicht vorstellen, dass ein so alter Baum verhext sein könnte.

Die Waldweihnacht

„Dieses Jahr müssen wir aber nicht wieder mit in die Kirche, oder?“, jammerte Maria, als ihre Mutter gerade die vierte Kerze des Adventskranzes entzündete, „Weihnachten ist ja echt cool mit den Geschenken und dem Feiern, aber diese muffige Kirche muss echt nicht sein“. „Wenn du nicht in die Kirche gehst kriegst du auch nicht dein Geschenk von mir“, entgegnete ihr Großvater, der sich gerade einen Lebkuchen vom Tablet genommen hatte …