Der trojanische Pfahl und die Demokratie
Der trojanische Pfahl und die Demokratie

Der trojanische Pfahl und die Demokratie

Zugegeben, ziemlich unauffällig haben sich bei mir in der Gegend einige Änderungen ergeben, und doch fallen sie vermehrt auf: Alle paar Meter stehen jetzt nicht unbedingt ästhetische 5G-Masten der Telekom.

Über 5G gab es zwar immer wieder abstruse Theorien in Bezug auf Corona, dennoch wurden die Bürger nicht wirklich davon in Kenntnis gesetzt, was 5G ist und warum dies unbedingt notwendig ist. Es ist sogar so, dass davon auszugehen ist, dass die Installation der Masten der Bevölkerung geflissentlich verschwiegen wurde. Ich konnte im Nachhinein tatsächlich lediglich einen Online-Artikel aus dem Jahre 2020 finden, welcher die Planung der betreffenden Masten betrifft.

An dieser Stelle will ich nicht erörtern, ob und inwiefern es tatsächlich gesundheitsschädliche Wirkungen der 5G-Strahlung gibt, sondern die fehlende Einbeziehung der Bevölkerung thematisieren.

Für die 5G-Technologie müssen aufgrund der höheren Frequenz die Sendemasten in kürzeren Abständen stehen, um ein entsprechendes Gebiet im selben Maße abzudecken wie Sendewellen mit niedrigeren Frequenzen, wodurch jetzt etwa alle 2km ein Masten installiert wurde.

Bisher war ich es gewohnt, dass etwaige Änderungen an der Infrastruktur im Gemeinderat oder von höherer Instanz beschlossen werden, vor allem insofern es sich um nicht-öffentliche Auftraggeber handelt. So wird nicht einfach nachts ein neues Schienennetz verlegt, damit die Bahn eine weitere Station anbieten kann, sondern ist auf das Wohlwollen der Bevölkerung angewiesen.

Im Falle der 5G-Masten ist die Telekom für die überraschenden Installationen verantwortlich, obwohl ich davon ausgehe, dass sehr wohl einige Einwohner etwas gegen diese Neuerungen haben. Warum werden Bürger also nicht über ein solches Vorgehen informiert, geschweige denn nach ihrem Einverständnis gefragt?

Für mich persönlich war die bisher mögliche Transferleistung am Smartphone mehr als ausreichend, in der Industrie wäre sowieso ein Glasfaserkabel die probatere Lösung, womit aus meiner Sicht keine absolute Notwendigkeit für die neue, unbekannte Technologie besteht. In solchen Fällen wären doch also ein regionaler Diskurs und Informationsaustausch nicht nur angebracht, sondern absolut notwendig. Es ist in dieser Hinsicht enttäuschend von den örtlichen Politikern, dass diese dieses diktatorische, gesellschaftsfeindliche Vorgehen einfach so durchgewunken und verschwiegen haben, weswegen ich mir in jedem Fall eine Aufarbeitung wünschen würde.

Vielleicht ist diese Aktion ein Zeichen, dass wir uns als Menschen mehr um unser Umfeld kümmern müssen? Wir sollten uns mehr vernetzen, mehr über alle Dinge reden, die unser Leben direkt oder indirekt betreffen. Wie sollen wir es bewerkstelligen unsere Natur zu schützen, wenn eine solch naheliegende Änderung unserer Lebensbedingungen über unsere Köpfe hinweg bestimmt wird?

Unabhängig davon, ob man die 5G-Technologie also begrüßt oder verteufelt sollte sich immerhin ein Unmut in jedem einzelnen Bürger breit machen hier übergangen worden zu sein. Vielleicht wird es einmal wieder Zeit für einen freundlichen Brief an den Bürgermeister oder Gemeinderat, um diese Aktion für alle Bürger transparent zu machen.